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C-Teile-Management

Was ist C-Teile-Management?

Der Begriff C-Teile bezeichnet im Beschaffungsprozess Güter von verhältnismäßig geringem Bestellwert (etwa Büroartikel sowie MRO, also Maintenance, Repair and Operations). Aufwand und Beschaffungskosten sind in vielen Unternehmen in Relation zu den beschafften Werten hoch. Professionelles C-Teile-Management sorgt für effiziente Prozesse innerhalb eines Unternehmens, spart Zeit, Kosten und Ressourcen. [1]

ABC-Analyse zur Identifikation von C-Teilen

Definition ABC-Analyse

Die ABC-Analyse stellt das Verhältnis von Werten und Mengen eines Bedarfs fest und nimmt eine Klassifizierung von Leistungen vor. Diese werden in die drei Gruppen A, B und C unterteilt. Mit der ABC-Analyse lässt sich im Rahmen der Einkaufsplanung feststellen, welcher Bedarf bedeutend und welcher unbedeutend ist, welche Teile mengenmäßig hoch und kostenmäßig niedrig sind. Die Identifikation dieser Artikel im C-Teile-Management ist maßgeblich für den Erfolg der Prozessoptimierung.

Beispiel für eine ABC-Analyse

Eine Firma stellt Wasserpumpen her. Dazu braucht sie unter anderem leistungsfähige Akkus, Dichtungen und Verbindungselemente wie Schrauben, Muttern und Klammern. Im Rahmen der ABC-Analyse ergibt sich folgende Klassifizierung:

Klasse
Eigenschaft
Beispielhafte Ergebnisse der Analyse

Artikel

Akleine Menge, hoher Wert10% der Artikel umfassen einen Anteil von 80% des GesamtverbrauchsAkkus
Bmittlere Menge, mittlerer Wert40% der Artikel umfassen 15% des GesamtverbrauchsDichtungen
Cgroße Menge, kleiner Wert50% der Artikel umfassen 5% des Gesamtverbrauchs

Schrauben/ Muttern/
Klammern

Bei der Analyse der C-Teile im Zuge optimierter Materialbeschaffung werden Erkenntnisse über die Lieferanten und Artikel gewonnen und in die drei Klassen eingeteilt. Das Material wird hinsichtlich des Menge-Wert-Verhältnisses betrachtet und eingeordnet. So läuft die Analyse ab:

  1. Ermittlung des Verbrauchs innerhalb einer festgesetzten Zeitspanne, Angabe des prozentualen Anteils
  2. Sortierung der einzelnen Positionen in der Rangfolge des Werts sowie des prozentualen Anteils
  3. Auswertung der Zahlen in einer Konzentrationskurve (Lorenz-Kurve) [2] [3]

Direkte und indirekte Güter und Materialien

Losgelöst von Produktionsprozessen finden sich in Unternehmen C-Teile, die nicht direkt mit den Erzeugnissen in Zusammenhang stehen. Diese werden als indirekte Güter bezeichnet. Typische indirekte Güter bzw. indirekte Materialien sind Büroartikel, Putzmittel, Toilettenpapier und andere Betriebsmittel. Direkte Güter und Materialien werden zur Produktion bzw. zum Vertrieb der Güter benötigt.[4] Dieser Aspekt ist für Betriebe aus Industrie, Dienstleistung, Handel und Handwerk von Bedeutung, denn jedes Unternehmen hat Bedarf an direkten und indirekten Lieferungen und Leistungen.

Beschaffungskosten von C-Teilen

Die C-Teile haben selbst einen geringen Wert und sie werden in großen Mengen gebraucht. Deshalb sind sie für den strategischen Einkauf in der Firma von Bedeutung. In einem Unternehmen ohne C-Teile-Management kaufen mehrere Personen - zumeist eigenmächtig - nach Bedarf bei einem beliebigen Lieferanten die C-Teile ein. Dabei verbrauchen sie Zeit und Ressourcen, was sich in unverhältnismäßig hohen Zahlen im Rahmen des Beschaffungsprozesses niederschlägt. Eine zentrale Bestellabwicklung, in der Bedarfsanfragen gebündelt und gezielt Bestellungen ausgelöst werden, spart viel Zeit und Geld. Die optimierte Prozessgestaltung - das C-Teile-Management - ist hier besonders effektiv und nutzbringend. Das Optimierungspotenzial liegt nicht in erster Linie beim Preis, sondern bei den internen Prozesskosten. Je häufiger Bestellvorgänge von C-Teilen ausgelöst werden, umso größer ist das Sparpotenzial innerhalb der Firma. Werden die C-Teile in einer großen Bestellung bei einem einzigen Lieferanten platziert, wirkt sich das zudem preismindernd aus. Die vier Vorteile des C-Teile-Managements:

  • Einkaufsprozesse werden optimiert
  • Prozesskosten werden gesenkt
  • Kosten für die C-Teile werden niedriger (z.B. aufgrund massenhafter Bestellung oder Lieferantenwechsel)
  • Der Ressourcenverbrauch innerhalb der Firma sinkt

Die Lieferantenauswahl für C-Teile

Das C-Teile-Management hat einen hohen Stellenwert in einem Unternehmen. Deshalb muss die Lieferantenauswahl sorgfältig erfolgen. Der Lieferant muss den betrieblichen Anforderungen bestmöglich entsprechen. Preis-Leistungs-Verhältnis, Termintreue, Erreichbarkeit und Flexibilität sind einige Aspekte, die wesentlich für die Auswahl geeigneter Lieferanten sind.

Vorteile von C-Material-Einkauf via E-Procurement

Weiteres Einsparpotenzial liegt in der elektronischen Bestellabwicklung, dem E-Procurement.[5] Dabei werden Bestellvorgänge der Mitarbeiter dezentral an ihrem Rechner ausgelöst und - je nach Ausgestaltung des E-Procurement - gesammelt und dann als große Bestellung an den Lieferanten gegeben. Alternativ können die Bestellungen ohne Umweg beim Lieferanten auflaufen, der diese sammelt und nach einem vereinbarten Rhythmus liefert. 

Weniger Prozesskosten durch Wegfallen von Arbeitsschritten

Professionelles C-Teile-Management kommt ohne folgende Prozesse aus: 

  •       Anfrage an Einkaufsabteilung
  •       Einkaufsabteilung wählt Lieferanten aus
  •       Angebotsanforderung
  •       Angebotsprüfung
  •       Warenbestellung

Fallen die genannten Schritte weg, spart das Zeit, Ressourcen und Geld. Weil die Bestellungen deutlich rascher platziert werden, verkürzen sich Lieferzeiten. In Verbindung mit einem Kanban-System läuft die Beschaffung notwendiger C-Teile vollautomatisch ab. Dabei erfolgt die Bestellung in Abhängigkeit von der Nachfrage und nach den Vorgaben der Firma. Unternehmen können die Lagerhaltung einschränken oder ganz aufgeben, weil die Logistik im Kanban-System die Lieferzyklen entsprechend engmaschig und bedarfsgerecht ausführt. Auch die Lieferung von C-Teilen zu unterschiedlichen Standorten inklusive funkgesteuerter Übermittlung von Daten ist mit Kanban-Systemen möglich.

Integration in das ERP-System

Der Einsatz von E-Procurement beim C-Teile-Management führt zu mehr Effizienz und Transparenz in der Beschaffung. Die elektronische Erfassung aller Prozessschritte optimiert die spätere Rechnungsprüfung, Bezahlung und Buchung. Zudem werden Bestellungen zusammengefasst und dadurch die Anzahl der Rechnungsvorgänge insgesamt reduziert. Das ordnet die Buchhaltung und vereinfacht die Arbeiten der Revision.

Weniger Materialkosten

Mit einem ausgereiften Management sinken die Materialkosten für C-Teile. Das hat zwei Gründe:

  1.     Es werden nur Bestellungen bei vorab geprüften Lieferanten platziert. Damit ist eine hohe Preissicherheit gegeben.
  2.     Maverick Buying wird verhindert, weil alle Aufträge gebündelt und zu insgesamt niedrigeren Preisen erteilt werden.

Einzelnachweise

[1] https://beschaffung-aktuell.industrie.de/allgemein/c-artikel-management-direct-purchasing-for-peanuts/

[2] Moderne Beschaffungskonzepte C-Teile-Management und E-Procurement (Studienarbeit BWL, Michael Streit)

[3] http://www.abc-analyse.info/abc/lorenzkurve.html

[4] https://card2brain.ch/box/it_in_der_beschaffung1

[5] https://bas.uni-koblenz.de/bas/publications_light.nsf/c5afffd09db54d89c12572180036e1b1/8dd822ca55a69188c1257359004908c1/$FILE/1_e-procurement.pdf

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